Bürgerinitiative für den Erhalt und Ausbau der Metzinger Bäder / Stellungnahme vor der Gemeinderat

Aus Sorge darüber, dass ein ideal gelegenes Hallenbad und ein stadtnah gelegenes Freibad verloren gehen könnte, sind wir aktiv geworden.

Wir sind Metzinger Bürger, die sich für die Jugend, für die Kinder,  für die Vereine, für die Schulen  und  für die Familien stark machen.

Durch viel Zuspruch und Mithilfe beim Sammeln der Unterschriften für das Bürgerbegehren konnten wir die erforderliche Quote in kurzer Zeit weit überschreiten.

Wir sind allen Metzinger  Bürgerinnen und Bürgern für ihren Mut und ihr Engagement dankbar. Sie haben sich mit der Angabe ihrer persönlichen Daten öffentlich hinter uns gestellt.  Ihre Unterstützung war sehr wichtig und wertvoll.

Sie, der Metzinger Gemeinderat, haben am 17.05.2018 beschlossen, dass ein Neubau auf dem Bongertwasen entstehen soll, dass das Freibad nach Fertigstellung geschlossen werden soll und dass  geprüft werden soll, was mit dem Hallenbad geschieht.

Die  Konsensuskonferenz ergab folgendes Ergebnis: Von 20 eingeladenen Teilnehmern waren 17 Personen anwesend.

Für die Standortvariante 2: Aus zwei Bädern mach 1 am Bongertwasen stimmten nur 3 Personen uneingeschränkt. Alle anderen Zustimmungen waren an Bedingungen geknüpft, wie z. B.  an den  Erhalt des Hallenbads als Lehrschwimmbecken.

2 Personen stimmten für den Erhalt der jetzigen Bäder.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle habe ich eine Bitte:

Beschäftigen wir uns in Zukunft nur mit Sachargumenten.

Der ganze, emotionale Prozess um Bürgerbeteiligung, Konsensuskonferenz und Schlüsselakteure dient Metzingens Stadtgesellschaft in keiner Weise.

 

Warum sind wir für den Erhalt des Hallenbads?

 1 Eine Stadt der kurzen Wege ist eine lebenswerte Stadt!

 Das Hallenbad soll bleiben, da es zentral, neben 7-Keltern-Schule und fußläufig vom Gymnasium und der Seyboldschule erreichbar ist

 

  1. Um das Hallenbad herum gibt es ausreichend stadteigene Flächen für eine Erweiterung mit einer neuen, zusätzlichen Schwimmhalle für Schul- und Vereinsschwimmen. Der durchgehende Betrieb ist auch bei Umbaumaßnahmen möglich.

 

  1. Das Bad hat eine bahnhofsnahe Lage, ÖPNV-Anbindung und gute Parkmöglichkeiten.

 

  1. Schwimmen lernen in der Schule ist heute wichtiger denn je, da heute immer weniger Menschen schwimmen können.

 

  1. Das Bad ist ein stadtbildprägendes, architekturpreisgekröntes Gebäude und hat eine wunderschöne Schwimmhalle die ihres gleichen sucht.

 

  1. Das angrenzende Blockheizkraftwerk hat durch das Hallenbad eine sehr gute CO2 Bilanz (Gutachten Fritz) Mit diesem Blockheizkraftwerk werden neben dem Hallenbad noch die Musikschule, die Stadthalle, die 7-Keltern-Schule, die Sporthalle, das Kinderhaus in der Brühlstraße und mehrere Wohnhäuser beheizt.

 

Für den Erhalt und die Erweiterung des Freibades sprechen aus unserer Sicht folgende Gründe:

  1. Das Freibad hat eine ideale, sehr stadtnahe Lage und ist fußläufig und mit dem Fahrrad gut erreichbar.
  1. Genügend stadteigene Flächen stehen für die Erweiterung des Freibads zur Verfügung.

In dieser grünen Oase mit zwei Fließgewässern und altem Baumbestand kann ein einzigartiges Freibad entstehen. Mit neuen Konzepten für Baden, Schwimmen, Spielen, Relaxen und Gastronomie können Wünsche der Vereine und Familien erfüllt werden.

Durch breite Rutschen und eine Boulderwand am Beckenrand, sowie zusätzliche Spielflächen wird das Freibad auch für Jugendliche wieder interessant.

  1. Ausfallzeiten im Sommer können bei guter Planung der Baumaßnahmen über den Winter vermieden werden. Auch hier muss das Bad während der Umbauphase nicht geschlossen werden.
  2. Zusätzliche Parkplätze können an der Paul-Lechler-Straße angelegt werden.
  3. Seit der Schließung der Gesenkschmiede Henning gibt es keinen störenden Gewerbebetrieb mehr in der Nachbarschaft.

Motorworld und Freibad könnten sich bei der gemeinsamen Nutzung von Parkplätzen und Gastronomie ergänzen.

Gegen den Bau eines Kombibades sprechen aus unserer Sicht folgende Gründe:

  1. Das Kombibad ist 8 Monate im Jahr nur ein Hallenbad.

Ein Hallenbad gehört in die  Stadt.

  1. Der Standort für das Kombibad ist verkehrspolitisch die schlechteste Lösung. Das Verkehrsaufkommen würde noch weiter zunehmen.
  2. Alle Schulkinder müssten mit dem Bus zum Schwimmunterricht ins Kombibad gefahren werden. Wichtige Ziele des Bildungsplans könnten nicht erreicht werden, da wertvolle Zeit auf der Strecke zum Bad verloren geht. Der bisher durchgeführte, wöchentliche Schwimmunterricht der 7-Keltern-Schule wäre dann nicht mehr möglich.

Für die Begleitung der Busfahrt müssten zusätzliche Lehrerstunden eingesetzt werden, welche dann in anderen Bereichen fehlen.

  1. Viele Kinder, die heute selbständig zum Schwimmen gehen, z. B. zum Sprung- und Spielnachmittag jeden Freitag, würden wegbleiben.
  2. Eine neu eingerichtete Busverbindung würde nur angenommen werden, wenn der Takt mindestens halbstündlich wäre.
  3. Die im Gutachten der Deutsche Gesellschaft für das Badewesen GmbH ermittelten Kosten für den Neubau eines Kombibades in Höhe von 17, 5 Mio Euro sind nicht realistisch, da zusätzliche Wünsche, Baunebenkosten, Erschließungskosten und Infrastrukturmaßnahmen nicht eingerechnet sind.

Renovierungskosten für das Hallenbad würden ebenfalls dazu kommen.

Die verschiedenen Kombibäder, mit denen wir uns beschäftigt haben, kosten alle zwischen 25 und 40 Millionen Euro.

Wir sind der Ansicht, dass bei solch einer wichtigen kommunalpolitischen Entscheidung, wie der Zukunft der Bäder, jeder Metzinger Bürger die Chance haben sollte, im Rahmen eines Bürgerentscheids mitzustimmen.

Metzingen, 04.10.2018Die Vertrauensleute des Bürgerbegehrens: Frau Kleineikenscheidt, Dieter Ernst, Dr. Friedrich Lorch