Leserbrief von Dr. Friedrich Lorch

Erhalt und Erweiterung unseres Eduard Kahl Bads

Zum Leserbrief der BI ProKombibad „ Fernab der Realität“ vom 13.10. 18

Die  Erweiterungsmöglichkeit des jetzigen Hallenbads durch einen Anbau im bisherigen Stil wurde durch  Architekt P.L. Dolmetsch vorgestellt. Anhand eines Modells wurde aufgezeigt, dass sich der Anbau in das vorhandene Gelände gut einfügt. Mit falschen Argumenten wird jetzt seitens der BI ProKombibad gegengehalten.

Lassen Sie mich  zuerst einige wichtige Tatsachen darstellen:

Das jetzige Hallenbad hat eine Wasserfläche von ca. 413 qm. Nach der vorgeschlagenen Erweiterung würde die Wasserfläche 725 qm betragen.

Im Gutachten der deutschen Gesellschaft für das Badewesen vom Feb. 2018 kommt Herr Pelzer zu einem Wasserflächenbedarf für Metzingens Hallenbad von bis zu 650 qm.

Es wird im gleichen Gutachten dringend empfohlen den Schwimmerbereich für die Öffentlichkeit von dem für Schulen und Vereine zu trennen, damit Konflikte vermieden werden, die sonst unweigerlich zu einem Rückgang der zahlenden Badegäste führen.

Es bleibt nun  festzustellen, dass der Anbau, auch für die nächsten Jahrzehnte, genügend zusätzliche Wasserfläche mit sich bringt. Die empfohlene Trennung der Wasserfläche nach Badegästen ist  einfach möglich und baulich vorgegeben. Konflikte können so vermieden werden und die  Besucherzahlen der öffentlichen Badegäste können ihrem bisherigen Aufwärtstrend folgen.

Zum Hinweis, das neue Becken würde vor sich hindümpeln,  möchte ich klarstellen:

Bisher war das Hallenbad montags leider wegen des Schulschwimmens für die Öffentlichkeit ganztägig geschlossen. sowie auch an mehreren Abenden unter der Woche wegen des Vereinsschwimmens. An den anderen Tagen der Woche sind etliche Bahnen für das Schulschwimmen reserviert. Mit der erweiterten Schwimmhalle könnte das Schul-und Vereinsschwimmen vollkommen in das neue Becken ausgelagert werden. Für die zahlenden Badegäste kann dann das Bad täglich bis in die Abendstunden geöffnet sein. Das wäre ein echter Zugewinn für Metzingens Bürger. Ein Dahindümpeln wird es also  nicht geben!

Eine zusätzliche Badeaufsicht ist nicht erforderlich, weil eine solche während der öffentlichen Badezeit eh vor Ort sein muss. In der neuen Schwimmhalle ist dann nur eine zusätzliche Wasseraufsicht erforderlich. Diese kann durch die Lehrer der Schulen und die Vereine ausgeübt werden.

Ein Hubboden im neuen Becken macht es möglich, das Becken jeder Altersstufe anzupassen oder es auch als Therapiebecken zu nutzen.

Es bleibt bei einem Hallenbad mit zwei Schwimmhallen, die getrennt genutzt werden können. Deshalb ist  auch die Erweiterung und Renovierung ohne wesentliche Badeausfallzeit möglich.

 

Zum Wohlfühlfaktor: Hier wird wohl übertrieben. Die weit überwiegende Mehrzahl der öffentlichen Badegäste will sich im Bad bewegen und kommt zum Schwimmen. Der Wohlfühlfaktor stellt sich automatisch über die angeregte körpereigene Endorphinproduktion beim Schwimmen ein, da braucht es keine Liegeflächen.

Zu den Parkplätzen:

Laut Gutachten sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Selbst zu Zeiten der Renovierung der Sieben Keltern Schule habe ich nie erlebt, dass ich keinen Parkplatz gefunden habe. Laut Gutachten könnte eine Parkplatzbewirtschaftung die Situation weiter verbessern.

Zum Grünverbrauch:

Das Grün ums Hallenbad, dort wo die weitere Schwimmhalle gebaut werden soll,  ist sehr geringwertig und darüber hinaus alles andere als gepflegt. Angesichts des minimalen Geländeverbrauchs von nur 1000 qm für den Anbau kann dieser kleine Grünverlust verschmerzt werden.

Zu den angesprochenen Kosten: Hier haben die Befürworter des Kombibads  sicher mal wieder nicht richtig zugehört. Die erwähnten 17, 5 Mio € sind die Baukosten des Kombibads (Stand 2017) mit einem Hallenbadanteil von 460 qm !  Wasserfläche. Also eigentlich einer viel zu kleinen Hallenbadwasserfläche. Mit einer angemesseneren  Wasserfläche von 650 qm betragen die Baukosten des Kombibads schon 23 Mio € zuzüglich Baunebenkosten von ca. 25% und zuzüglich der Erschließungskosten von 40 000 qm Grünfläche.

Zusammenfassend kann also gesagt werden:

Das erweiterte Hallenbad würde eine weitaus komfortablere Wasserfläche bieten als das im Kombibad der Fall wäre.

Die Kosten wären auf jeden Fall geringer.

Zusätzliches Aufsichtspersonal wäre nicht nötig.

Mit dem Anbau einer weiteren Schwimmhalle ist das renovierte Hallenbad sicherlich zukunftsfähig, nicht zuletzt auch wegen seiner hervorragenden zentralen Lage. Eine teure separate Buslinie wäre nicht nötig!

Dr. Friedrich Lorch, Metzingen

Für die Bürgerinitiative Erhalt und Ausbau der Metzinger Bäder